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Begegnung mit dem Bischof

Der Präsident von NETWORK, Thomas Peter und der Bischof von St. Gallen, Markus Büchel

 

Die Generalversammlung von NETWORK
in St. Gallen

Wir durften schon manche denkwürdige GV von NETWORK erleben. Ganz in dieser Tradition haben wir in St. Gallen wiederum einen Markstein gesetzt. In der von vielen als «wertkonservativ» eingeschätzten Ostschweiz war unser Verein ein gern gesehener Gast. Aber auch einer der auffiel. Die Regionalpresse berichtete ausführlich, der Empfang vom Bischof Markus Büchel in der Kathedrale war eine kleine Sensation.

 

GV 2007 im Pfalzkeller

Im stimmungsvollen Forum von Calatrava unter der Pfalz, dem Regierungs- und Parlamentssitz des Kantons St. Gallen im Klosterbezirk, trafen sich rund 150 NETWORKer und Gäste ab 11 Uhr zum Willkommens-Apéro. Um 12 Uhr eröffnete Der Präsident Thomas Peter die Versammlung mit einer kurzen Begrüssung.

Darin unterstrich er, dass die Gay-Community auch nach der Einführung des Partnerschaftsgesetzes weiterhin bemüht sein müsse um Akzeptanz in allen Bevölkerungskreisen. Er habe letzthin zum ersten Mal homophobe Belästigungen erleben müssen. «Nachts um 11 Uhr, öffnete ich das Fester, nachdem wir mehrere Male mit der Hausklingel belästigt wurden. Eine Gruppe Jugendlicher oder Kinder standen da irgendwo im Dunkeln und skandierten ‹Schwuler - Schwuler›. Eine Woche später wieder. Dann liesst man an einem anderen Tag, dass ein 53 jähriger Mann in Basel von einer Gruppe 14- bis 16- Jähriger spitalreif geschlagen wird. Und dann wundert man sich, dass man auch Angst verspürt, nur weil eine Horde blöder Kinder Blödsinn macht. Oder weil eine Horde blöder Eltern offenbar ihren Kindern die Regeln des Anstands, des Respektes und der Offenheit nicht mehr vermitteln kann.»

All dies zeige uns, dass unsere nun politisch verankerten Errungenschaften bei weitem noch nicht gesellschaftlich verankert seien. Und ohne die gesellschaftliche Verankerung dieser Werte nützten auch Gesetze bekanntlich nichts. Deshalb müsse sich NETWORK auch weiterhin und mit Engagement für Offenheit, Respekt, soziale Vielfalt und Gleichberechtigung einsetzen und mit der Kompetenz seiner Mitglieder in Fragen rund um die Homosexualität Einfluss auf unsere Gesellschaft nehmen.

Die statutarischen Geschäfte und einige Diskussionen um die Zukunft von NETWORK wurden anschliessend speditiv erledigt.

 

Grussworte von Karin Keller-Sutter

Schon ein wenig Tradition für NETORK ist es, dass wir von offizieller Seite begrüsst werden. Diesmal von der Regierungsratspräsidentin des Kantons St. Gallen. Ihre bemerkenswerte Rede >> Diese war den NETWORKern ein grosser Applaus wert! Anschliessend überreichte unser Präsident ein Geschenk und lud Frau Keller-Sutter spontan ein zum Club Dinner mit Guido Westerwelle. Sie nahm nach Prüfung der Terminverpflichtungen dankend an, sie freue sich, ihren deutschen Parteikollegen näher kennen zu lernen. Danach gab es im angrenzenden historischen Pfalzkeller einen Stehlunch mit feinen Häppchen und einer obligatorischen St. Galler Bartwurst.

 

Empfang in der Kathedrale durch den Bischof

Im Chor der Kathedrale empfing uns Markus Büchel, der 11. Bischof. Es stellte sich heraus, das er ein Dienstkollege unseres Präsidenten ist. Er begrüsste uns freundschaftlich, gebrauchte die Wörter «schwul» oder «homosexuell» aber nicht. In seiner Rede sagte er unter anderem, dass wir und er eine ähnliche Aufgabe hätten. Anders als früher seien das Christentum und der Katholizismus heute nicht mehr unbestrittene Staatsreligion. Im Zeichen der Multireligiosität der Gesellschaft sei die Kirche oft auch in einer Minderheitsposition und müsse für ihre Anliegen eintreten. Das sei eine Gemeinsamkeit mit uns und verdiene Anerkennung. Des weitern wünschte er uns: «Gottes Segen für Ihre verantwortungsvollen Aufgaben» und «Die Freundschaften, die sie verbinden, sollen Ihnen Kraft geben für Ihr Leben». Als Dank überreichte unser Präsident ein Geschenk.

Das war ein recht einmaliger Empfang und nur möglich, weil der recht junge Bischof bewusst den Arm zu allen Bevölkerungsgruppen ausstrecken möchte. Er hat mit dieser Geste, mehr als mit seinen Worten, uns Schwule ganz explizit in der katholischen Kirche herzlich willkommen geheissen. Anschliessend teilten sich die NETWORKer und Gäste auf für den kulturellen Teil des Tages, eine Besichtigung der Stiftsbibliothek, Besuch im Textilmuseum, Stadtrundgang und Besichtigung der Kathedrale.

 

Grosses Echo in den Medien

Für die Medien in der Ostschweiz war das etwas, worüber es sich zu berichten lohnte. Ebenfalls www.kath.net, eine österreichische, private katholische Webseite, sowie www.kreuz.net.

Auf kath.net wurde ein Diskussionsforum eingerichtet, wo sich rund zehn Schwulenhasser mit merkwürdig glaubensleeren Argumenten gegenseitig bestätigten und lauthals den Rücktritt des Bischofs forderten, sowie den Papst aufriefen, ihn des Amtes zu entheben; was allerdings laut dem Vertrag der Eidgenossenschaft mit dem Vatikan nie gehen würde. Die perfiden skripturalen Entgleisungen der vollamtlichen Schwulenhasser von kreuz.net seien an dieser Stelle nicht wiederholt und kommentiert. Anders auf der offiziellen Leserbriefseite des Bistums, www.bistum-stgallen.ch, mehrheitlich zustimmende und gehaltvolle, aus einem tiefen Verständnis des Evangeliums kommende Kommentare und Gratulationen an den Bischof.

In einem Schreiben an kath.net wies der Bischof darauf hin, er habe in erster Linie «eine Gruppe von Menschen» in der Kathedrale begrüsst und ihnen «Gottes Segen und Kraft» gewünscht. Damit habe er nicht «ihre konkrete Lebensform» beurteilt. Er verwies auch auf ein Vatikandokument aus dem Jahr 2005, wo zu homosexuellen Menschen folgendes steht: «Ihnen ist mit Achtung und Takt zu begegnen; man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen. Sie sind berufen, den Willen Gottes in ihrem Leben zu erfüllen und die Schwierigkeiten, die ihnen erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen», sowie auf das Pastoralschreiben der Schweizer Bischofskonferenz vom Oktober 2002, wo es heisst, dass die Kirche keine homosexuellen Menschen ablehne. Sie seien wertvolle Menschen, die nicht selten ungerechte Ausgrenzungen ertragen müssten.

 

Galaabend in der St. Galler Tonhalle

Am Abend dann das Come-Together im Foyer der Tonhalle. Der St. Galler Stadtpräsident begrüsste uns. In einer kleinen Tour d'horizon pries er seine Stadt. Er bat die NETWORKer zuhause, draussen in der Schweiz, zu erzählen, dass St. Gallen eben nicht so sei, wie alle denken. Worauf Thomas Peter erwiderte: Das gleiche möchten wir Sie bitten! Weiter wünschte er uns einen schönen Abend und legte uns nahe, am nächsten Tag die kulturellen Möglichkeiten von St. Gallen näher kennen zu lernen. Thomas Peter verdankte sein Kommen mit einem kleinen Präsent.

Anschliessend folgte das Diner im stimmungsvollen Tonhallesaal. Was das Team vom oPremier unter dem Chefkoch Rico Bloch uns auftrug, hat allseits gemundet. Ob das wohl an der blumigen und vollmundigen Sprache der Speisekarte gelegen hat? Kritik gabs nur über die extravagante Blumdekorationen, den einen gefiel es besonders, den andern gar nicht. Unterbrochen wurde das Menu von der Kapelle Kölbener, welche volkstümliche Appenzeller Musik spielte, die spontan zum Tanze lud. Sie werden wohl zuhause noch lange von den tanzenden Männerpaaren erzählen. Später kam noch das traditionelle Talerschwingen dazu. Gar nicht traditionell war die Perkussions-Vorführung von Bubble Beatz aus St. Gallen, doch auch das fand begeisternden Anklang.

Dazwischen folgte noch die traditionelle Tischrede des Präsidenten und die Verdankung an die Organisatoren

Samstag, 24. März 2007 

 

Höhepunkte

Berichte von einigen aussergewöhnlichen NETWORK-Veranstaltungen unter vielen …


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Besuch in der Varlin-Ausstellung im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel  >>


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Kurt Aeschbacher im Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit >>


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