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IGLCC – erster Weltkongress in Montréal

v.l.n.r.: Pascal Lépine, Generalsekretär IGLCC, Jaume Urgell, Präsident XarxaGay, Gérald Tremblay, Bürgermeister von Montreal, Cynthia Wade, Irwin Drucker, IBM, Angelo Caltagirone, NETWORK

 

Unsere Präsenz auf internationaler Ebene

Vom 25. bis 27. April fand in Montreal der First Annual Congress der International Gay and Lesbian Chamber of Commerce (IGLCC) statt. Über 150 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern trafen sich, um über LGBT-Fragen zu tagen. Im Rahmen des Kongresses wurde auch die Generalversammlung der IGLCC gehalten, wo NETWORKer Angelo Caltagirone im Vorstand der IGLCC in der Funktion als Vice Chairman wiedergewählt wurde.

«Schon mehr als 55 Millionen GLBT KonsumentInnen mit einer Kaufkraft von 2100 Milliarden USD repräsentiert die IGLCC – International Gay & Lesbian Chamber of Commerce. Das entspricht etwa dem gesamten Bruttosozialprodukt von Grossbritannien», berichtete stolz Pascal Lépine, Generalsekretär der IGLCC, bei der Eröffnung des Kongresses. Die beeindruckenden Zahlen stammen aus einer von der IGLCC beauftragten Studie über die «Pink Power» ihrer Mitgliedsländer, die bei ihrem «First Annual Congress» in Montreal präsentiert wurde. «Unser Netzwerk reicht nun von Neuseeland über Europa bis nach Nordamerika. Mittlerweile sind auch die ersten Konzerne wie IBM und ING Group der IGLCC beigetreten», ergänzte Lépine.

Zur Eröffnung des First Annual Congress der IGLCC konnte Cynthia Wade, Oscarpreisträgerin für den Dokumentarfilm «Freeheld», als Gastrednerin gewonnen werden. Im Jahre 2008 erhielt sie die begehrte Statue für ihren bewegenden Dokumentarfilm, der den Kampf der todkranken lesbischen Polizistin Laurel Hester um die Anerkennung ihrer Lebenspartnerin als Pensionsanspruchsberechtigte zeigt. NETWORK und WyberNet arbeiten daran, Cynthia Wade bald in der Schweiz begrüssen zu können.

Der Kongress, bei dem renommierte internationale ExpertInnen die neuesten Gay Marketing Strategien, Diversity-Initiativen und Projekte für die LGBT Community präsentierten, war bereits im Vorfeld ausverkauft. Die Teilnehmer konnten während zwei Tagen an sechs verschiedenen Workshops teilnehmen. Im Rahmen des Kongresses wurden zwei von der IGLCC initiierte wichtige Projekte vorgestellt:

  • Der International LGBT Business Equality Index in Partnerschaft mit ING Group und ILGA Europe und
  • das International LGBT Business Enterprise Certification Program in Partnerschaft mit IBM.

Beim ersten handelt es sich um einen Index, der anhand eines Kriterienkatalogs die internationalen Diversity Management-Programme der Unternehmen zur Gleichstellung und Förderung von schwullesbischen MitarbeiterInnen misst. Der erste globale Business Index, der hauptsächlich die multinationalen Grosskonzerne anspricht, soll von der IGLCC bei den World Outgames 2009 in Kopenhagen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Beim zweiten Projekt sollen Unternehmen, deren Besitzer vorwiegend Schwule und Lesben sind, als LGBT-Betriebe zertifiziert werden, damit sie entscheidende Wettbewerbsvorteile bei Ausschreibungen durch Grossfirmen geniessen, die ein Supplier Diversity Program führen. Solche Programme, die in Nordamerika seit längerer Zeit schon existieren, werden in nächster Zukunft von internationalen Konzernen wie IBM – die den Preis als Business Organization of the Year erhielt – auch in Europa eingeführt.

«Mit einer verstärkten Einbindung als Lieferanten wollen wir weltweit Unternehmen von Schwulen und Lesben und zugleich lokale Businessorganisationen fördern», erklärte Irvin Dru-cker, Program Director GLBT and International Programs Supplier Diversity bei IBM. In der Schweiz soll das Programm als Pilot noch dieses Jahr für NETWORK und WyberNet gestartet werden.

Ausser dem Preis an IBM wurden im Rahmen des exklusiven Gala-Diners im Hyatt Regency auch andere Auszeichnungen verliehen, darunter den Preis für den Entrepreneur of the Year an Juan Julia, Besitzer der beliebten Axel Gay Hotels in Barcelona und Buenos Aires. Der erfolgreiche schwule Unternehmer kündigte dabei die Eröffnung seines dritten heterofriendly Axel Hotel für 2009 in Berlin an. Jaume Urgell, Präsident von XarxaGay, der spanischen Organisation aus Barcelona, erhielt aus den Händen von NETWORKer Angelo Caltagirone den Preis für die Business Organization of the Year. Und die Stadt von Montreal, vertreten durch den Bürgermeister Gérald Tremblay, bekam den Preis International Leadership Merit Award für die aktive Unterstützung der LGBT-Community. Stargast des Abends war aber die Oscarpreisträgerin Cynthia Wade, die den International Awareness Merit Award erhielt.

Der Anlass hat allen Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, neue Kontakte zu knüpfen und alte Zusammenarbeiten zu vertiefen. Vor allem hat er die Notwendigkeit gezeigt, international verknüpft zu sein, um die bestmögliche Resonanz zu erzielen und Projekte zu betreiben, die der ganzen LGBT Community zu Nutze kommen. Die Aktivitäten der IGLCC und ihrer Mitglieder gehen weiter, und das nächste Rendez-vous ist beim Second European Summit in London vom 19. bis 21. September 2008. Wie immer wird NETWORK dabei sein, um seine Stimme im internationalen Szenario zu erheben und seine Rolle als einer der führenden schwulen Organisationen in Europa wahrzunehmen.

Infos zum Kongress >>

 

Die IGLCC – International Gay & Lesbian Chamber of Commerce wurde 2006 gegründet und hat ihren Sitz in Montreal. Sie ist das weltweit grösste LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender) Business-Netzwerk mit derzeit 17 Mitgliedsorganisationen aus 14 Ländern. Sie bietet darüber hinaus auch spezielle Mitgliedschaften für Unternehmen, die Zugang zum globalen LGBT-Markt erhalten möchten.

IGLCC >>


Montréal 2008

Wichtige Beziehungen zu den Gay-Manager-Organisationen weltweit.

Vom 25. bis 27. April fand in Montreal der First Annual Congress der International Gay and Lesbian Chamber of Commerce (IGLCC) statt >>


Barcelona 2007

Summit 2007 der IGLCC in Barcelona >>


Hamburg 2006

Gründungsversammlung der IGLCC >>


Business Equality

Beim Workshop über den International LGBT Business Equality Index zeigte Angelo Caltagirone die Unterschiede zwischen europäischen und nordamerikanischen Businessorganisationen auf: die ersten seien eher gesellschaftlich, politisch und kulturell und die zweiten mehr geschäftlich orientiert. Er hat auch über die Vorwürfe der Gay Community gegenüber Vereinen wie NETWORK gesprochen, die anscheinend «nur» an Geld und Business interessiert seien. Der Index stellt eine Möglichkeit dar, eine echte Kooperation einerseits zwischen Europa und Nordamerika und andererseits zwischen Business- und Menschen-rechts-Organisationen wie ILGA Europe zu fördern.