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Wider die Natur ?

Gewisse Kreise finden Homosexualität ist eine Krankheit und kann geheilt werden. Nur ihr patriarchales Weltbild ist das richtige, alles andere ist dekadent und verdorben. Demonstranten an der Pride in Luzern 2005.

 

Evangelikale Christen berufen sich auf die Bibel >>, Leviticus, 18:22: «Du sollst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Greuel.»

Historisch Interessierte wissen um die Männer- und Knabenliebe der alten Griechen und Römer >>. Dieses «dekadente Verhalten» wird oft in einen Kausalzusammenhang mit dem Untergang des römischen Reiches gestellt.

Andere machen Vergleiche mit dem Tierreich >>, wo Sex der Arterhaltung diene und nicht dem reinen Vergnügen, wie das bei den Menschen Gang und gäbe sei, vor allem ganz eindeutig, wenn es zwei Männer miteinander treiben!

In Amerika tauchen immer wieder Berichte auf von schwulen Renegaten >>. Sie verkünden, durch göttliche Erleuchtung und mit Hilfe von evangelikalen Umerziehern seien sie von einem sexbesessenen Homo zu einem lammfrommen Normalo geworden und lebten jetzt glücklich mit einer Frau zusammen! (Wohl ohne Sex und Drogen in einer behüteten Gemeinschaft.) Sie stellen sich dar als Beweis, Homosexualität gebe es wegen der Gottlosigkeit und dem moralischen Zerfall der modernen Gesellschaft.

 

Glauben ist gut, wissen ist besser!

Das Selbstverständnis des Menschen beruht auf dem, was er glaubt und was er weiss. Wobei die Geschichte uns lehrt, Wissen ist besser als Glauben. Wissen ist aber immer nur eine momentane Bestandesaufnahme der Erkenntnis, vieles was früher als richtig galt, ist heute anders zu sehen – und vieles was wir heute als richtig anerkennen, wird in der Zukunft anders gesehen werden. Wie das genaue Hinschauen und wissenschaftliche Systematik das Verständnis über die Sexualtiät revolutioniert haben, ziegt der Kinsey-Report >>

 

Die heutige, wissenschaftliche Sicht der Dinge

Was Biologen, Genetiker und Psychologen in den letzten Jahren in Studien zum Thema Homosexualität publiziert haben, eine Zusammenfassung >>.

Zwillingsstudien haben gezeigt, Homosexualität ist teilweise genetisch bedingt, obwohl es solche Gene laut der Vererbungstheorie von Darwin nicht geben sollte. Erklärungsversuche und Schlussfolgerungen:

Das Darwinsche Paradox der Homosexualität >>

Die List der schwulen Gene >>

 

Homosexualität im Tierreich

Im Tierreich haben wissenschaftliche Beobachtungen ein differenziertes Sexualverhalten entdeckt, das vom simplen Sehen was man sehen will, abweicht. 2003 veröffentlichte Volker Sommer in der «Weltwoche» einen Essay «Zu Ursachen und Funktion der Homosexualität», worin er nach einer Aufzählung von wissenschaftlich belegten Vorkommen eindeutig homosexueller Verhaltensweisen bei diversen Tierarten zum Schluss kommt, dass Homosexualität, «obwohl oft unterdrückt, obwohl bei Juden, Christen und Muslimen mit Sanktionen bis hin zur Todesstrafe belegt,» nicht auszurotten war. Und er fährt fort: «Steckt hinter dieser hartnäckigen Neigung etwa die fördernde Hand genau jener Natur, gegen die sie nach Ansicht der Moralapostel verstösst? (...) Durchaus ‹wider die Natur› geht es da zu, wo die Natur noch unverfälscht ist: bei Tieren. Homosex ist an der Tagesordnung – und zwar nicht im kulturdekadenten Zookäfig, sondern in Gottes freier Wildbahn.» Homosexualität im Tierreich >>

 

Die Mühen der Kirche und der Gesellschaft mit den Homosexuellen

Offizielle Stellungnahme eines katholischen Theologen

Im dritten Buch Moses, dem Leviticus, werden zwanzig Verbote erlassen über das Sexualleben. Diese Verbote sind fast ohne Begründung. Für das Verbot des gleichgeschlechtlichen Verkehrs unter Männern dient der Ausdruck «Greuel». Es scheint so etwas wie unverträglich, inkompatibel mit göttlicher Gegenwart im kultischen oder liturgischen Raum zu bedeuten.

Aufschlussreicher für das Verständnis der zwanzig Verbote sind bestimmte Nebenbemerkungen. Beispielsweise das Verbot, in einen polygamen Haushalt zwei Schwestern als zwei Gattinnen desselben Mannes einzuführen, weil so die Schwestern zu Nebenbuhlerinnen gemacht würden. Zwischen Geschwistern darf kein Keil getrieben werden. Warum nicht? Welches Gut soll durch eine solche Gesetzesdisposition geschützt werden? Das gute Einvernehmen von Geschwistern ist ein schützenswertes Gut. Sie sind aufeinander angewiesen und müssen sich im Leben Stützen sein können. Daraus darf verallgemeinert werden: die Inzest-Verbote schützen die durch die Geburts- und Ehesituation geschaffenen Beziehungen der Familienmitglieder untereinander vor Beziehungsverwirrungen, welche den Individuen in der Familie Frieden und Sicherheit im Schosse ihres Lebenskreises nehmen würden.

Das Ehebruchsverbot schützt die fremde, aber auch die eigene Familie vor Übergriffen und trägt damit zum Frieden in der Nachbarschaft und Dorfgemeinschaft bei. Ehebruch ist Verantwortung beider, von Mann und Frau. Mit anderen Worten überall dort, wo freie Mitwirkung eines Partners zum Zustandekommen einer bösen Tat unentbehrlich ist, gilt die Mitverantwortung desselben als gegeben. Es gibt Verstösse, die nicht allein, sondern nur in gemeinsamem Tun vollbracht werden können und folglich gemeinsam verantwortet werden müssen. Es ist das Vergehen von Komplizen.

Homosexuellen Geschlechtsverkehr unter Männern ist aus diesen Gründen untersagt. Geschlechtsverkehr impliziert eine Beziehung, die durch Leidenschaft (oder, wenn man lieber will, durch Attraktivität), durch Intimität und durch eine gegenseitige ausschliessliche Beanspruchung geprägt ist. Solche sexuellen Beziehungen sind mit andern Beziehungen wie die von Eltern und Kind, von Geschwistern untereinander usw. unvereinbar.

Männer stehen unter sich in Beziehung zueinander als Väter, als Söhne, als Brüder, Freunde, Nachbarn, Kollegen, Vorgesetze, Untergebene usw. Solche Beziehungen sind im Schosse der Familie und der weiteren Gesellschaft meist schweren Spannungen ausgesetzt. Wenn zu ihnen gelebte homosexuelle Beziehungen hinzutreten, verliert man die Übersicht. Sexuelle Attraktivität und daraus entstehende Bindungen sind als Ansprüche zu sehen. Ihm gegenüber stehen andere Verhältnisse und Bindungen nicht-sexueller Art, die ihren Anspruch haben, von sexueller Betätigung frei zu bleiben. Das Verbot des Geschlechtsverkehrs der homosexuellen Liebe erfolgt im Interesse der Ausgewogenheit der verschiedenen Bedürfnisse innerhalb derselben Familiengruppe und zwischen den Familien und den Individuen in der Gesamtgesellschaft.

Sexuell ausgeprägte Beziehungen unter Menschen stehen neben andern Beziehungen, in denen die sexuelle Attraktivität keine Rolle spielt, wie es Eltern-Kind-, Geschwister-, Arbeits-, Nachbarschafts- und viele andere Beziehungen sind. Es muss solche Beziehungen geben, die ausdrücklich von Anziehung sexueller Art frei bleiben müssen. Dies ist im Interesse klarer Verhältnisse und im Interesse des Friedens und auch des Schutzes gewisser Personen und Gruppen vor Übergriffen, Pressionen oder Umwerbungen unentbehrlich.

Juli 2000, Adrian Schenker, ordentlicher Professor für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg.

Quelle >>

 

Ein ganz anderer, positiver Ansatz ist die Stellungnahme des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes >>

 

Homophobie ?

Schwule untergraben Hierarchien, stellen «gottgewollte» Verhältnisse in Frage. Darum gilt es dieses Übel auszurotten! Seit dem Mittelalter verfolgt die christliche Kirche Schwule als Ketzer, ebenso heute der Islam. Die «gottgewollte» Hierarchie der Gesellschaft, die Unterteilung in Familien, Sippe und Clans – all das ist nicht mehr zu kontrollieren, wenn sich Schwule selbstbewusst einmischen! Die patriarchalen Strukturen würden in Frage gestellt.

 

Zwischen Öffentlichkeit und Privatem >>

Homophobie, tiefsitzende Ängste? >>

Homophobe Gruppierungen >>

Homophobe Ansichten in Worten und Taten >>

Staatliche Homophobie >>

   

 

 

Schwul ?

Wie sagt man dem, was ist das >>

Ich bin schwul – und das ist auch gut so! >>

Der Kinsey-Report >>

Schwulsein ist vorbestimmt, die aktuelle Debatte >>

Das Darwinsche Paradox der Homosexualität >>

Die List der schwulen Gene >>

Genau hingeschaut: Homo- sexualität im Tierreich >>


Die schwule Emanzipation in der westlichen Welt >>

Schwules Selbstverständnis heute >>

Zwischen Öffentlichkeit und Privatem >>

Geschichte der Schwulen in der Schweiz >>

Das liberale Schweizer Strafrecht >>

Das Partnerschaftsgesetz in der Schweiz >>


Wider die Natur? >>

Homophobie >>

Das mittelalterliche Konstrukt des Sodomiten >>

Vom Mittelalter in die moderne Steinzeit >>

Die Verbrechen der Nazis >>

Im Visier der Fröntler >>

Schwule in der Bibel >>

Die Knabenliebe in der
Antike >>

Kein schwules Paradies in Sicht  >>


Die Aids Krise und deren Folgen >>


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