«Was sind angesichts der Immigration die wichtigsten Massnahmen, um die gesellschaftliche Akzeptanz der sexuellen Orientierung, ihre Integration und ihre Freiheitsrechte nachhaltig zu sichern?»
Eine Podiumsdiskussion moderiert von Dr. Hans-Peter Fricker
In der abschliessenden Podiumsdiskussion legten die Referenten ihre Erkenntnisse dar und diskutierten Lösungsansätze:
Die Realität ist, die grosse Mehrheit der Muslime in der Schweiz führt ein säkulares Leben, gleich wie die christliche Mehrheit. Doch es braucht eine allgemeine Grundwertediskussion in unserem Land. Homosexualität ist nicht in den Lehrmitteln, sollte aber in der Schule für das Leben behandelt werde. Es darf auch keine Instrumentalisierung einer Minderheit gegen die andere geben. Wir müssen die universelle Deklaration der Menschenrechte hochhalten, darin ist auch das Recht auf sexuelle Freiheit.
Das christliche Europa ist entstanden in der Auseinandersetzung mit dem Islam und wurde von Karl dem Grossen gegründet. Seit der Renaissance kennen wir das säkulare Europa, der Ursprung der Kultur wird seither nicht mehr über Jerusalem definiert, sondern über Athen. Ein gläubiger Moslem hat weniger Probleme mit dem Christentum als mit der säkularen Gesellschaft, welche in seinem Weltbild nicht vorgesehen ist. Integration wird von diesen Fundamentalisten als eine heimliche Christianisierung betrachtet und abgelehnt. Doch es gibt heute schon ganz verschiedene Formen des Islams, Indonesien, Somalia oder Syrien sind ganz unterschiedlich. Ein europäischer Islam sollte ebenso möglich sein.
Die ganzen Bemühungen um die Integration von Immigranten müssen weitergehen, die Akzeptanz der Homosexuellen ist dabei ein Teilaspekt, aber auch ein Gradmesser für den Erfolg. Ein genaues Beobachten der Entwicklung ist allerdings angebracht. Hoffen dürfen wir, die Auseinandersetzung wird sich nicht zu einer Gefährdung von uns Schwulen und unserer Gesellschaft entwickeln. Der Problemkreis ist erkannt, die Probleme sind aber glücklicherweise in der Schweiz nicht virulent.
Zürich, 8. September 2007