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Homophobie, tiefsitzende Ängste oder eine Glaubensfrage?

Es gibt wohl keinen Schwulen, der sich nicht schon homophoben Belästigungen ausgesetzt sah und davon zu berichten weiss. Das reicht von abschätzigen Witzen über «Warme», über verbale Beschimpfungen und dem Anstossen an eine «gläserne Decke», bis hin zu zur physischer Gewalt, dem grundlosen Zusammenschlagen bis zur Spitalreife. Die Todgeschlagenen können davon allerdings nicht mehr berichten!

Woher kommt dieser Hass gegen Schwule? Leider gibt es keine fundierten Studien darüber. Mögliche Erklärungen gibt es aber:

 

Angst vor eigenen schwulen Zügen

Was männlich ist, was das Wesen eines Mannes ausmacht, darüber gibt es ganz unterschiedliche Vorstellungen. Wer keine in sich ruhende Persönlichkeit hat, wir durch Männer die Männer lieben, stark verunsichert. Das Zeigen auf Schwule, so bin ich nicht, also bin ich ein richtiger Mann, hilft dem Selbstwertgefühl!

 

Soziale Unsicherheit

Menschen in einer sozio-ökonomisch unterpriviligierten Lage suchen nach Gründen für ihre (oft vermeintliche) Misere. Mit der Ablehnung und dem Beschimpfen von Homosexuellen kann man auf Menschen zeigen, die vermeintlich schwächer sind und sich dabei besser fühlen. Der gleiche Mechanismus zeigt sich auch gegenüber anderen Minderheiten wie Ausländern, Juden und Schwarzen.

 

Infragestellung gesellschaftlicher Normvorstellungen

Eine offen gelebte Homosexualität fordert tradierte, konservative Normvorstellungen heraus. Menschen haben die Tendenz, auf ungewohnte Verhaltensweisen mit Verunsicherung und oft auch Aggressivität zu reagieren. Dazu kommt, dass man diejenigen, die von den Regeln abweichen, nicht nur verachtet oder hasst, sondern auch häufig unbewusst um ihren Freiraum beneidet.

 

Angriff auf das patriarchale Selbstbild und die traditionelle Familie

Männliche Oberhäupter in Familien mit traditioneller Rollenverteilung fühlen sich häufig bedroht durch heterosexuelle Paare, die nicht in der Rollenhierarchie einer traditionellen Familie leben. Selbstbewusste Schwule, die in Partnerschaften leben, führen zu einer noch stärkeren Verunsicherung und sind das willkommene Feindbild einer dekadenten Zeit, welche ihre «gottgewollten» Rechte als Mann nicht mehr respektiert.

 

Ablehnung des Fremden

Fast alle Menschen sind verunsichert, wenn sie sich zum ersten Mal in einer neuen Umgebung behaupten müssen. Wenn man Schwule nicht kennt, haben viele Angst und erwehren sich den Begegnungen schon im Voraus mit Beschimpfungen.

 

Sexualität als etwas Störendes

Es gibt Menschen, für die ist Sex etwas Unangenehmes. Sie haben körperliche Gebresten, die Sex zur Qual machen. (Diese wären meist leicht medizinisch zu behandeln, wenn man davon nur wüsste). Andere hatten kindliche Sexualerlebnisse, die zwar verdrängt sind, aber ein grosses Misstrauen gegenüber Sex in der Seele hinterlassen haben. Andere haben eine Persönlichkeitsstruktur, welche körperliche Nähe kaum zulässt. Diese Menschen wissen zwar, Sex braucht es für die Fortpflanzung, Sex zwischen Mann und Frau ist normal. Aber alles was ausserhalb liegt, wird nicht verstanden und mit Vehemenz abgelehnt.

 

Ein Mittel im Streben um Macht

Im Kampf um Geld, Einfluss und Macht sind oft alle Mittel recht. Wenn beispielsweise in einem Betrieb eine Beförderung ansteht, werden Mitkandidaten gerne schlecht gemacht. Ist der schwul, hat man da eine bequeme Breitseite gefunden, um in lächerlich zu machen und als weniger geeignet darzustellen. Diese perfide Strategie nützt meistens, darf man doch auf unbewusste Ängste zählen. Es braucht grosses Courage eines Vorgesetzten, wenn er einen Schwulen bevorzugt! Die Unterstellung, er sei doch auch schwul, ist leicht gestreut!

 

Die Glaubensfrage

Mit der Bibel versierte Christen kennen wohl die drei Stellen (und zwei Nebenstellen), wo Homosexualität verurteilt wird? – Jedenfalls alle mit homophober Grundeinstellung. Die Bibel wird von diesen Kreisen bei jeder Diskussion als absolute Wahrheit zitiert. Doch was steht genau in der Bibel? >>

 

 

Homophobie ?

Schwule untergraben Hierarchien, stellen «gottgewollte» Verhältnisse in Frage. Darum gilt es dieses Übel auszurotten! Seit dem Mittelalter verfolgt die christliche Kirche Schwule als Ketzer, ebenso heute der Islam. Die «gottgewollte» Hierarchie der Gesellschaft, die Unterteilung in Familien, Sippe und Clans – all das ist nicht mehr zu kontrollieren, wenn sich Schwule selbstbewusst einmischen! Die patriarchalen Strukturen würden in Frage gestellt.

 

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