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NETWORK Kulturpreis 2004

Bericht von der Preisverleihung für darstellende Kunst an Andreas Stadler

 

Zu zwei Dritteln ist der Theatersaal der Shedhalle in der Roten Fabrik Zürich mit NETWORKern und (auch weiblichen) Gästen gefüllt. Sie erweisen Andreas Stadler, dem ersten NETWORK-Kulturförderpreisträger, die Referenz. Das Ambiente erscheint so farbig wie der Werdegang des Geehrten, so positiv farbig wie das althergebrachte Schwulen-Klischee: Fabrikhalle mit sichtbarer Technik, kühles Bühnenbild, bereit für die Zürcher Erstaufführung von «Gilgamesch und Enkidu», in Stadlers Interpretation, und mitten drin der klassisch aufpolierte Konzertflügel. Auf ihm rahmt Oliver Fritz den Festakt in Töne mit zwei Gesichtern. Einleitend Holländers «Melodie perverse» und zum Ausklang, so aufwühlend dramatisch in der Konstruktion wie das uns später bevorstehende mythische Epos, «Jardins sous la pluie» von Claude Debussy.

Toni J. Krein spannt zu seiner Laudatio den (Regen-)Bogen vom Persönlichen übers Internationale zum Gemeinsamen. Andreas Stadler, vergessener Kamerad gemeinsamen Theaterschaffens, erkennt er wieder anlässlich des Vorgesprächs zur Vergabe des NETWORK-Kulturförderpreises.

Andreas Stadler eröffnet seinen Dank sympathisch: er sei nicht routiniert Preise entgegenzunehmen. Grosse Freude erfüllt ihn um der Anerkennung seiner Gestaltung des Gilgamesch, welchen er «zugänglich, sicht- und hörbar» machen wolle. Toni J. Kreins Gedanke der Förderung aufnehmend, schildert Stadler aus Sicht des Künstlers: Eine Idee zwei Jahre reifen lassen. Experimentierfreudigen, Zweiflern und Missgünstigen auf dem Weg begegnen. Wohltuend mit gesprochenen Mitteln einen Vertrauensvorschuss, Glaube an die Sache, Interesse erleben. Es sei kein Selbstverständliches, vom Spielenden zum Regie Führenden zu mutieren. Es habe, von der Idee getragen, des Redens, des Überzeugens bedurft. Es galt Schauspielerin und Schauspieler zu finden, die sich, selbst als Stars, führen zu lassen bereit waren. Stadler lobt die Offenheit und Zugänglichkeit des Schweizer Stiftungswesens als Erfahrung mit der nun vorliegenden Produktion.

Nach einer kurzen Pause wurde der Saal wieder geöffnet und er füllte sich mit Zuschauern fast ganz. «Gilgamesch und Enkidu» wurde aufgeführt, grosser Applaus am Schluss.

Für die geneigten NETWORKer und Gäste wurde im Anschluss noch Prosecco und Pizza-Häppchen gereicht. Die meisten zeigten sich angetan von Stück und würdigten die schauspielerischen Leistungen. In die Runde mischten sich zwangslos die Künstler.

 

 

 

Kulturpreis 2006

2006 wurde der Network-Kulturpreis in der Sparte bildende Kunst verliehen. Preisträger war Yan Duyvendak, Video- und Performancekünstler. Zudem wurde der Fotograph Walter Pfeiffer mit einem Ehren­preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.