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Network-Kulturpreis 2010

Chris Leuenberger als Performer in Masculinity

 

Der Tänzer und Choreograf Chris Leuenberger erhält den Network-Kulturpreis in der Sparte Tanz

 

Die renommierte Tanz-Kritikerin der NZZ, Lilo Weber, schreibt:

Mann-Sein war lange kein Programm. Jedenfalls kein besonders populäres. Und wo Männlichkeit in künstlerischen Äusserungen verhandelt wurde, war zumeist von deren Krise die Rede. Doch vor einiger Zeit haben junge Bühnenkünstler angefangen, sich mit Identität und Männlichkeit auseinanderzusetzen.

Einer von ihnen ist der Choreograf und Performer Chris Leuenberger. Der 1979 geborene Berner hat, seit er in Kalifornien und Amsterdam Schauspiel und Choreografie studierte, immer wieder sich selbst zum Ausgangspunkt seiner Arbeit gemacht, mit all seinen Fragen, Wünschen und Unzulänglichkeiten. Daraus sind, im Alleingang sowie in vielfältigen Kollaborationen mit Künstlerinnen und Künstlern, Stücke entstanden, die zusammen eine Landschaft kollektiver Sehnsucht, Wünsche und Projektionen bilden.

Sie zeigt sich beispielsweise im preisgekrönten Duo Enter my Bubble, einer Suche nach einem ganz persönlichen Stück Heimat, die Leuenberger mit der Westschweizer Choreografin Katy Hernan unternahm. Oder in Romance, einem Stück mit dem Kollektiv White Horse über den Wunsch nach Hingabe und Liebe. Und immer wieder stellt der heute in Bern, Amsterdam und Berlin arbeitende Künstler die Frage nach dem schwulen Mann-Sein.

2007 entstand in Amsterdam Chanson triste, ein Solo über Emotionen in der Öffentlichkeit und Teil eines längeren Forschungsprojekts über Männlichkeit und Intimität. Ihm folgte das Solo Masculinity über die Erwartungshaltung des Tänzers gegenüber sich selbst und seiner maskulinen Rolle.

2010 präsentierte das Festival «Tanz In. Bern» seine neueste Arbeit Crying Machine, ein Trio über Einsamkeit, Traurigkeit, Intimität, das in Zusammenarbeit mit Roger Sala Reyner und Igor Dobricic entstanden ist.»

Anlässlich dieses Gastspiels wurde Chris Leuenberger der Network-Kulturpreis 2010 überreicht. Bericht von der Preisverleihung >>

 

Der Tänzer und Choreograf Chris Leuenberger

Chris Leuenberger, geboren 1979, ist in Ursenbach BE aufgewachsen. Er studierte Schauspiel am Pacific Conservatory of Performing Arts in Kalifornien und Choreografie an der SNDO in Amsterdam. Heute arbeitet er als freischaffender Choreograf und Performer.

Ausgangspunkt seiner Arbeit ist meistens er selbst mit all seinen Fragen, Wünschen und Unzulänglichkeiten. 2006 war er danceWEB-Stipendiat in Wien, wo er die Künstlerinitiative Sweet&Tender Collaborations mitbegründete. Im selben Jahr entstand in Zusammenarbeit mit Lea Martini das Duett White Horse – an attempt at live therapy, welches mit dem Jurypreis bei 100° Berlin und mit dem ITs Choreography Award in Amsterdam ausgezeichnet wurde. 2007 schloss er sich mit Lea Martini und Julia Jadkowski zum Performance-Kollektiv White Horse zusammen und entwickelte Trip mit. Gemeinsam mit der Schweizer Choreografin Katy Hernan kreierte er das Tanztheaterstück Enter my bubble, welches den Premio Förderpreis für Junges Theater in der Schweiz gewann.

Am Hetveem Theater in Amsterdam entwickelte Chris Leuenberger sein Solo Research Projekt zu Intimität und Männlichkeit. Daraus entstanden die Soloarbeiten Chanson triste und Masculinity. Als Weiterführung desselben Trajekst entsteht zur Zeit Crying Machine – eine Ode an die Traurigkeit – in Koproduktion mit der Dampfzentrale Bern und dem Hetveem Theater Amsterdam.

Aus der Zusammenarbeit mit Sweet&Tender Collaborations entstanden die Arbeiten furry, Uniek und I I I.

 

Künstlerische Stationen

2010

  • Kreation von Crying Machine, Premiere in Amsterdam am 6. Oktober, Aufführung im Rahmen von «Tanz In. Bern»
  • Kreation von I I I auf Kampnagel Hamburg, Gastspiele in Amsterdam, Wien und Berlin

2009

  • Holland Tournee mit Trip
  • Kreation von Romance, Aufführung im Frascati Theater Amsterdam, Dampfzentrale Bern und HAU Berlin
  • Teilnahme am PRISMA-Forum 2009 in Mexico City und Oaxaca mit zwei Performances, einem Workshop und Podiumsdiskussion
  • Kreation und Aufführung von Uniek am Springdance Festival, Utrecht
  • Vorstellungen von furry am Théâtre de la Cité in Paris und bei Campo in Gent, Belgien

2008

  • Kreation und Aufführung von Masculinity im Hetveem Theater Amsterdam, weitere Vorstellungen in der Schweiz
  • Kreation und Aufführung von Trip im Frascati Amsterdam und Sophiensaele Berlin, weitere Vorstellungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz
  • Kreation von Enter my bubble, Aufführungen in der Dampfzentrale Bern und im Hetveem Theater Amsterdam, weitere Vorstellungen in der Schweiz und Österreich
  • Teilnahme an Sweet&Tender Porto 08 – artist-in-residence Projekt: Entwicklung von furry and Uniek

2007

  • ITS Choreography award für die Performance White Horse – an attempt at live therapy
  • Teilnahme an Sweet&Tender Collaborations 07 in P.A.F., Frankreich – artist-in-residence Projekt

2006

  • DanceWEB Stipendium bei Impulstanz in Wien

 

Homepage des Künstlers >>

 

 

 

 

Kulturpreis 2010

2010 wurde der Kulturpreis in der Sparte Tanz vergeben. Bericht von der Preis­ver­leihung anChris Leuenberger in der Dampfzentrale Bern.


Kulturpreis 2008

2008 wurde der Network-Kulturpreis in der Sparte Musik verliehen. Preisträger ist der Countertenor Martin Oro.


Kulturpreis 2006

2006 wurde der Network-Kulturpreis in der Sparte bildende Kunst verliehen. Preisträger war Yan Duyvendak, Video- und Performancekünstler. Zudem wurde der Fotograph Walter Pfeiffer mit einem Ehren­preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.


Kulturpreis 2004

2004 wurde der Network-Kulturpreis in der Sparte darstellende Kunst verliehen. Preisträger war der Schauspieler und Regisseur Andreas Stadler.